Achtsamkeitspodcasts liegen im Trend

17.05.2021

Abrufbare Hörbeiträge zu den verschiedensten Themen sind als Podcasts in den letzten Jahren in Deutschland immer populärer geworden. Jeder Dritte hat schon mal reingehört, bei den 14 bis 29-Jährigen sind 30 Prozent sogar aktive und regelmäßige Nutzer, doppelt soviel wie in der Gesamtbevölkerung.

Auch Achtsamkeit hat sich zu einem breiten Trend entwickelt, kein Wunder also, dass man auf den gängigen kommerziellen Plattformen oder in den öffentlich-rechtlichen Mediatheken ein vielfältiges Angebot von Achtsamkeitspodcasts findet, zum Beispiel:
 

„Achtsam“ von Deutschlandfunk Nova

Hier sprechen die Psychologin Main Huong Nguyen und Diane Hielscher über konkrete Tipps für einen bewussteren Alltag. Journalistisch und wissenschaftlich fundiert – inklusive Achtsamkeitsübung am Ende jedes Beitrags. Eine der letzten Folgen widmeten sie übrigens MBSR als „der Mutter aller Achtsamkeitsprogramme“.
Länge: 30 min pro Folge
 

Verstehen, fühlen, glücklich sein – der Achtsamkeitspodcast

heißt das Format von Sinja Schütte, Chefredakteurin des Lifestyle-Magazins Flow und Dr. Boris Bornemann, Neurowissenschaftler und Mitgründer der Meditationsapp Balloon. Mit einem Zweiklang aus Emotionalität und wissenschaftlicher Reflexion nähern sie sich ihren Themen. Praktisch: Wer es ganz genau wissen möchte, findet die Links zu den erwähnten Studien und Aufsätzen gleich in der Beschreibung der Podcastfolge.
Länge: ca. 25min pro Folge
 

7Mind Podcast

Der Berliner Psychologe und Journalist René Träder hat einige Jahre die Nachtsendung BlueMoon auf Radio Fritz moderiert und gibt mit seiner Reihe für die 7Mind-App immer wieder kleine Denkanstöße aus der Psychologie, gern zusammen mit interessanten Interviewpartnern. Er bezieht sich dabei auf persönliche und berufliche Weiterentwicklung – Stichwort New Work – aber aktuell gerade auch immer wieder auf ganz konkrete Herausforderungen der Corona-Zeit.
Länge: zw. 25 und 60 min pro Folge

Zum Hören muss man übrigens nicht unbedingt Apps wie Spotify nutzen. Die meisten Podcasts lassen sich auch über ihre Webseite aufrufen und anhören.
 

Kein Ersatz für Achtsamkeitskurs, aber Wissen und neue Anregungen

Laut Befragung* werden Podcasts vor allem gehört, um zu lernen oder Wissen zu erhalten bzw. den eigenen Horizont zu erweitern. Darüber hinaus suchen die Hörer:innen Entspannung und schätzen es, nebenbei etwas anderes tun zu können. Wer sich also beim Auto- oder Bahnfahren, beim Sport oder der Hausarbeit gezielt zu Achtsamkeit informieren oder inspirieren lassen möchte, kann sich über das Smartphone seinen Lieblingspodcast oder eine spannende Folge auf die Kopfhörer oder den Bluetooth-Lautsprecher holen unabhängig von Sende- oder Erscheinungsdatum. Als Achtsamkeitstraining selbst sind die Podcasts eher nicht geeignet. Gerade weil sie im Multitasking oft parallel zu anderen Tätigkeiten konsumiert werden. Aber einen Motivations- und Wissens-„Boost“ für die eigene Achtsamkeitspraxis können sie auf alle Fälle geben. 

* laut POD-Ratings.com, der aktuell umfangsreichsten Erhebung zum Podcast-Markt in Deutschland Stand Juli 2020

Foto: iStock, Cineberg